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Ein Team von 200 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages

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Liturgischer Tag: Montag der 5. Woche der Fastenzeit (A und B)

Evangeliumstext (Joh 8,1-11): In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es.

Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.

Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

«Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!»

Rev. D. Jordi PASCUAL i Bancells
(Salt, Girona, )

Heute betrachten wir im Evangelium das barmherzige Antlitz Jesu. Gott ist Liebe und Liebe, die verzeiht, Liebe, die sich unserer Schwachheiten erbarmt, Liebe, die rettet. Die Gesetzeslehrer und die Pharisäer «bringen ihm eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden ist» (Joh 8,4) und bitten den Herrn: «Was sagst du dazu? » (Joh 8,5). Es geht ihnen weniger darum, eine Lehre zu erhalten, als ihn anklagen zu können, dass er gegen die Gesetze Mose sei. Aber der Meister nützt diese Gelegenheit um zu zeigen , dass er gekommen ist, um die Sünder zu suchen, die Gefallenen aufzurichten, sie zur Umkehr und Buße zu bewegen. Und das ist die Botschaft der Fastenzeit für uns, da wir alle Sünder sind und alle der erlösenden Gnade Gottes bedürfen.

Man sagt, dass heutzutage der Sinn für die Sünde verloren gegangen ist. Viele wissen nicht mehr, was gut und böse ist und warum. Man könnte es auch so sagen - auf positive Weise - der Sinn für die Liebe Gottes ist verloren gegangen: die Liebe Gottes zu uns- und was uns betrifft, die Erwiderung, die diese Liebe erwartet. Wer liebt, beleidigt nicht. Wer sich geliebt und verziehen weiß, erwidert Liebe mit Liebe. «Sie fragten den Freund, was die Quelle der Liebe sei. Er antwortete: Die, mit der der Geliebte unsere Schuld gewaschen hat» (Ramón Llull).

Deswegen ist der Sinn der Umkehr und Buße, die der Fastenzeit eigen sind, uns vor Gottes Angesicht zu stellen, Gott am Kreuz in die Augen zu sehen, hinzugehen und ihm persönlich im Bußsakrament unsere Sünden zu bekennen. Und wie der Frau im Evangelium wird Jesus auch zu uns sagen: «Auch ich verurteile dich nicht... von jetzt an sündige nicht mehr» (Joh8,11). Gott verzeiht, und das führt unsererseits zu einer Verpflichtung, einem Kompromiss: Sündige nicht mehr!