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Ein Team von 200 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages

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Liturgischer Tag: Donnerstag der 4. Osterwoche

Evangeliumstext (Joh 13,16-20): Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: «Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat».

«Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte...»

Rev. D. Antoni CAROL i Hostench
(Sant Cugat del Vallès, Barcelona, )

Heute erinnert die Liturgie wie in jenen Filmen, die mit einem historischen Ereignis beginnen, an eine Geste, die untrennbar mit dem Gründonnerstag verbunden ist. Jesus wäscht die Füße seiner Jünger (siehe Joh 13,12). Aus der Sicht des Osterfestes kommt dieser Geste eine Bedeutung zu, die für alle Zeiten gültig ist. Denken wir dabei nur über drei Ideen nach.

Zuerst die zentrale Stellung des Menschen: In unserer Gesellschaft scheint die Aktivität der Wertmesser einer Person zu sein. In dieser Dynamik werden Personen schnell wie Werkzeuge behandelt; ohne darüber nachzudenken, benutzen wir einander. Heute fordert uns das Evangelium dazu auf, diese Dynamik in eine des Dienstes zu verwandeln: der Andere ist niemals nur ein Werkzeug. Es geht um eine Spiritualität der Gemeinschaft, in der, wie sich Johannes Paul II ausdrückte, der Andere als jemand wahrgenommen wird, der zu mir gehört, der Platz braucht, und als eine Gabe. In unserer Sprache nennen wir das salopp „sich kümmern“: Kümmern wir uns um andere? Hören wir ihnen zu?

In einer Bild- und Kommunikationsgesellschaft ist dies keine Botschaft, die übermittelt werden muss, sondern eine Pflicht, die im täglichen Leben zu erfüllen ist: «Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt» (Joh 13,17). Vielleicht aus diesem Grunde belässt es der Meister nicht bei einer Erklärung: er prägt die Geste des Dienens unauslöschbar ins Gedächtnis der Jünger, indem er sofort zum Gedächtnis der Kirche schreitet; ein Gedächtnis, das sich stets dieser Geste erinnert: im Leben so vieler Familien und so vieler Menschen.

Zu guter Letzt eine Warnung: «Einer, der mit mir zusammen das Brot isst, tritt mich mit Füßen.» (Joh 13,18). In der Eucharistie wird der auferstandene Jesus zu unserem Diener, der uns die Füße wäscht. Aber die physische Präsenz ist nicht genug. Die Eucharistie soll uns eine Lehre sein, Kraft geben, damit wir wirklich, «da wir die Liebe geschenkt erhalten haben, der Sünde sterben und für Gott leben» (Fulgentius von Ruspe).