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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

6. Sonntag (A) der Osterzeit

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Evangeliumstext (Joh 14,15-21): In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

«Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen»

Rev. D. Francesc CATARINEU i Vilageliu (Sabadell, Barcelona, Spanien)

Heute, bevor wir Himmelfahrt und Pfingsten feiern, hören wir erneut die Worte der Abschiedsrede Jesu. Diese Rede enthält verschiedene Darstellungsformen einer einzigen Botschaft; denn alles entspringt aus der Einheit Christi mit dem Vater und aus dem Willen Gottes, uns in dieses Geheimnis der Liebe einzubeziehen.

Der Heiligen Therese von Lisieux wurden eines Tages verschiedene Geschenke angeboten, damit sie eins wähle. Fest entschlossen trotz ihres jungen Alters sagte sie: «Ich wähle alles». Jahre später verstand sie, dass sie dieses Alles wählen so konkretisieren musste, in der Kirche die Liebe zu sein; denn ein Körper ohne Liebe hätte keinen Sinn. Gott ist dieses Geheimnis der Liebe, einer konkreten, persönlichen Liebe, die Fleisch geworden ist: im Sohn Jesus, der schließlich alles gibt. Er selbst, sein Leben und seine Taten sind die höchste und deutlichste Botschaft Gottes.

Aus dieser Liebe, die alles umfasst, stammt der “Friede”. Dieses ist heute ein ersehntes Wort; wir möchten Frieden und um uns ist alles Bedrohung und Gewalt. Wir werden nur den Frieden finden, wenn wir uns Jesus zuwenden: Er gibt uns den Frieden als Frucht seiner absoluten Liebe. Aber er gibt uns ihn nicht, wie die Welt ihn gibt (vgl. Joh 14,27), denn der Friede Jesu ist nicht die Ruhe und die Unbekümmertheit, sondern das Gegenteil, nämlich die Solidarität, die zur Geschwisterlichkeit wird; die Fähigkeit, uns selbst anzuschauen und den anderen anzuschauen wie der Herr schaut, mit neuen Augen; und dadurch, uns gegenseitig zu verzeihen. Daraus erwächst eine große Gelassenheit, die uns befähigt, die Dinge so zu sehen, wie sie sind und nicht so, wie sie erscheinen. Wenn wir auf diesem Weg beharren, werden wir schließlich das Glück erlangen.

«Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe» (Joh 14,26). Lasst uns in diesen letzten Ostertagen bitten, dass wir uns dem Heiligen Geist öffnen. Wir haben ihn bei der Taufe und der Firmung empfangen, und dennoch ist es nötig, gleichsam als weitere Gabe, dass er in uns neu erwache und uns dorthin gelangen lässt, wohin wir es nicht gewagt hätten.

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