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Ein Team von 200 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages

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Liturgischer Tag: Dienstag die 26. Woche im Jahreskreis_DE

Evangeliumstext (Lk 9,51-56): Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

«Da wandte er sich um und wies sie zurecht»

Rev. D. Antoni CAROL i Hostench
(Sant Cugat del Vallès, Barcelona, )

Heute betrachten wir im Evangelium, wie Jakobus und Johannes sagten: “’Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?’ Da wandte er sich um und wies sie zurecht“ (Lk 9,54-55). Hier gibt es Fehler der Apostel, die der Herr korrigiert.

Die Geschichte erzählt von einem indischen Wasserträger, der an beiden Enden des Tragestocks auf seinem Rücken jeweils einen Wasserkrug trug: der eine war vollkommen, aber der andere hatte lauter Risse und verlor laufend Wasser. Dieser Krug blickte traurig auf den anderen so perfekten und sagte seinem Herrn eines Tages ganz beschämt, dass er sich erbärmlich fühle, weil es aufgrund seiner Sprünge nur halb so viel Wasser zum Verkauf gäbe. Der Händler antwortete: Wenn wir nach Hause gehen, schau auf die Blumen am Wegesrand. Der Krug achtete darauf und tatsächlich waren da wunderschöne Blumen. Als er aber bemerkte, dass es schon wieder die Hälfte des Wassers verlor, wiederholte er: Ich tauge nicht – alles mache ich schlecht. Der Wasserträger erwiderte: Hast Du bemerkt, dass es nur auf deiner Seite des Weges Blumen gibt? Ich wusste schon um deine Risse und wollte das Positive, was darin liegt, zum Glänzen bringen. Deswegen habe ich dort, wo du vorbeigehst, Blumensamen gesät und wenn sie gegossen werden, dann kann ich diese Blumen für den Altar der Mutter Gottes pflücken. Wärest du nicht so, wie du nun einmal bist, hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, diese Schönheit zu schaffen.

In gewisser Weise sind wir alle Wassergefäße mit Sprüngen, aber Gott kennt seine Kinder genau und gibt uns immer die Möglichkeit, diese Sprünge bzw. Schwachstellen für irgendetwas Gutes zu nutzen. So verwandelt sich der Apostel Johannes – der heute von Zerstörung redet – mit Hilfe der Zurechtweisung des Herrn in den Apostel der Liebe in seinen Briefen. Er wurde angesichts der Zurechtweisungen nicht mutlos, sondern nutzte den positiven Teil seines feurigen Charakters – seine Leidenschaftlichkeit -, um ihn in den Dienst der Liebe zu stellen. Wenn doch auch wir es verstünden, die Zurechtweisungen, das Widrige – die Leiden, Misserfolge, Beschränkungen – dafür zu nutzen, um ‚zu beginnen und wieder zu beginnen’. So definierte der hl. Josefmaria die Heiligkeit: fügsam gegenüber dem Heiligen Geist, um uns zu Gott zu bekehren und für Ihn zu guten Werkzeugen zu werden.