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Ein Team von 200 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages

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Liturgischer Tag: 21. September: Hl. Matthäus, Apostel und Evangelist

Evangeliumstext (Mt 9,9-13): In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: «Folge mir nach!» Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: «Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?» Er hörte es und sagte: «Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten».

«Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten»

Rev. D. Antoni CAROL i Hostench
(Sant Cugat del Vallès, Barcelona, )

Heute begehen wir das Fest des Apostels und Evangelisten Hl. Matthäus. Er selbst berichtet uns in seinem Evangelium von seiner Bekehrung. Er saß an dem Platz, an dem die Steuern eingezogen wurden, und Jesus lud ihn ein, ihm zu folgen. Matthäus – so sagt das Evangelium – “stand auf und folgte ihm” (Mt 9,9). Mit Matthäus stößt zu der Gruppe der Zwölf ein Mann, der völlig anders ist als die anderen Apostel – sowohl auf Grund seiner Ausbildung als auch seiner sozialen Stellung und des Reichtums. Sein Vater hatte ihn in der Wirtschaftslehre unterweisen lassen, um ihn zu befähigen, den richtigen Preis für Weizen und Wein festzulegen, auch für die Fische, die Petrus und Andreas und die Söhne des Zebedäus ihm später bringen würden, und nicht zuletzt für die kostbaren Perlen, von denen das Evangelium spricht.

Sein Beruf, der eines Steuereinnehmers, genoss ein schlechtes Ansehen. Die ihn ausübten, wurden als Zöllner und Sünder betrachtet – aus heutiger Sicht: als Bürokraten und Übeltäter. Er stand im Dienste des Königs Herodes, des Herrschers von Galiläa, ein von seinem Volk gehasster König, den das Neue Testament uns als einen Ehebrecher präsentiert, als Mörder Johannes des Täufers und als den, der Jesus am Karfreitag verspottete. Was musste Matthäus wohl gedacht haben, wenn er mit seiner Abrechnung zum König Herodes ging? In diesem Sinne muss die Bekehrung von Matthäus als eine wahrhafte Befreiung verstanden werden, wie auch das Festmahl beweist, zu dem er Zöllner und Sünder einlud. Dies war seine Art, dem Meister seine Dankbarkeit zu zeigen dafür, dass er aus einer elenden Situation herauszukommen und wahrhafte Glückseligkeit zu finden vermocht hatte. Der Hl. Beda, der Ehrwürdige, kommentiert die Bekehrung des Matthäus und schreibt: “Die Bekehrung eines Steuereinnehmers bildet anderen Zöllnern und Sündern gegenüber ein Beispiel sowohl für Buße als auch für Milde (...). Schon im ersten Augenblick seiner Bekehrung führt er eine ganze Gruppe von Sündern zu Jesus, was so viel bedeutet wie zur Erlösung.

In seiner Bekehrung ist die Barmherzigkeit Gottes präsent, wie es die Worte Jesu angesichts der Kritik der Pharisäer bekunden: “Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten» (Mt 9,13).