Ein Team von 224 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages
224 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages
Betrachtung des heutigen Evangeliums
Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)
„Was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“
Rev. D. Enrique AMAT i Busquets (Terrassa, Barcelona, Spanien)Heute stellt uns das Evangelium den reichen Jüngling vor, einen jungen Mann mit einem großen Durst nach Ewigkeit: „Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?” (Mt 19,16). Diese Sehnsucht nach Glück ist der Seele eines jeden Menschen eingeschrieben, denn wir alle sind aus der Liebe erschaffen und zur vollen Gemeinschaft mit Ihm bestimmt. Was aber war dann das Hindernis, das diesen jungen Mann dazu bewog, Jesus nicht nachzufolgen? Sein Herz hing noch an den zeitlichen Gütern. Der junge Mann hegte zwar einen edlen Wunsch, verstand den Weg des Heils jedoch lediglich als Erfüllung einer Reihe von Vorschriften: „Das alles habe ich befolgt. Was fehlt mir noch?” (Mt 19,20).
Um das Heil unserer Seelen zu erlangen, müssen wir zulassen, dass Gott in unserem Leben die Herrschaft übernimmt, damit der Heilige Geist uns von allem befreit, was nicht von Ihm stammt – selbst von Dingen, die an sich gut sind, aber unserer Heiligkeit im Wege stehen könnten. Seine Liebe zu uns kennt keine Grenzen; deshalb will Er uns nicht in unserem Egoismus und unserer Neigung zum Bösen gefangen halten: „Jedem von euch sage ich: Gott liebt dich so, wie du bist, aber er hat noch größeres mit dir vor!” (Leo XIV.).
Jesus lädt uns ein, alles zu riskieren und den Blick auf die ewigen Güter zu richten. Er eröffnet uns einen Heilsweg, in welchem sich Liebe und Freiheit befinden, die nur Er uns geben kann. Er zeigt uns, dass der Weg eines Christen nicht bloß im Tun (im Befolgen von Geboten) besteht, sondern vor allem darin, sich bedingungslos von seiner Gnade verwandeln zu lassen: „Wenn du ein Werk Gottes bist, so warte auf die Hand deines Schöpfers, der alles zu seiner Zeit vollbringt. Biete Ihm ein gefügiges und formbares Herz, erhalte die Gestalt, die der Schöpfer dir verliehen hat, indem du das Wasser, das von Ihm stammt, in dir bewahrst und die Spur seiner Finger nicht verlierst, indem du dich erhärtest” (Hl. Irenäus).
Bitten wir Gott, uns zu helfen, Ihm großherzig und mutig nachzufolgen und keine Angst davor zu haben, seinen Willen zu tun. Die Belohnung ist sehr groß: „Er wird das Hundertfache empfangen und das ewige Leben erben” (Mt 19,29).
Gedanken zum Evangelium des Tages
„Wenn du nicht Herr über dich selbst bist, auch wenn du mächtig bist, tust du mir leid, und ich kann über deine Herrschaft nur lachen“ (Hl. Josefmaria)
„Jesus zeigt, dass die Gebote nicht als Grenze verstanden werden dürfen, die nicht überschritten werden soll, sondern als ein Weg, der offen ist für moralische und geistige Vollkommenheit, dessen innerer Antrieb die Liebe ist“ (Hl. Johannes Paul II.)
„Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?" Jesus weist den reichen jungen Mann, der ihm diese Frage stellt, zunächst darauf hin, dass Gott, der „allein Gute", als Inbegriff und Quell alles Guten anzuerkennen sei. Dann sagt Jesus zu ihm: „Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote" (…). Schließlich fasst Jesus diese Gebote zusammen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2052)
Andere Kommentare
«Was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?»
Rev. D. Óscar MAIXÉ i Altés (Roma, )Heute erzählt uns die Liturgie des Wortes die bekannte Geschichte von einem jungen und reichen Mann, der auf den liebevollen Blick, mit dem Jesus ihn ansah, nicht zu antworten wusste (siehe Mk 10,21). Hl. Johannes Paul II erinnert uns daran, dass wir in dieser jungen Person alle Menschen erkennen können, die sich Christus nähern und ihn über den Sinn des eigenen Lebens fragen: «Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?» (Mt 19,16). Der Papst kommentiert, dass «der Gesprächspartner Jesu ahnt, dass ein Zusammenhang zwischen dem sittlich Guten und der vollen Erfüllung der eigenen Bestimmung besteht».
Wie viele Menschen mögen sich wohl diese Frage noch heute stellen? Wenn wir einen Blick auf unsere Umgebung werfen, denken wir vielleicht, dass nur wenige Leute sich solche Gedanken machen oder dass der der Mensch des 21. Jahrhunderts sich diese Fragen überhaupt nicht zu stellen braucht, da er keine brauchbaren Antworten findet.
Jesus antwortet ihm: «Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist „der Gute“. Wenn du aber ins Leben hineinkommen willst, halte die Gebote!» (Mt 19,17). Es ist nicht nur legitim, Fragen zu stellen, nach dem Jenseits, über den Sinn des Lebens, sondern es ist auch notwendig! Der junge Mann fragte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen, und Christus antwortete ihm, dass er gut sein müsse.
Heutzutage denken viele, vielleicht die meisten, was haben wir davon, „gut zu sein“. Möglicherweise denken sie, dass es sinnlos ist und eine Dummheit. Jesus mahnt uns, heute wie vor 2.000 Jahren, dass wir die Gebote Gottes befolgen müssen, um das ewige Leben zu erlangen: Es geht nicht darum, „vollkommen“ zu sein, sondern man muss bestrebt sein, Gott zu ähneln, um von der Hand unseres Gottvaters geführt ins ewige Leben einzutreten. In der Tat, «Jesus zeigt, dass die Gebote nicht als eine nicht zu überschreitende Minimalgrenze verstanden werden dürfen, sondern vielmehr als eine Straße, die offen ist für einen sittlichen und geistlichen Weg der Vollkommenheit, deren Seele die Liebe ist» (Hl. Johannes Paul II).