Ein Team von 224 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages
224 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages
Betrachtung des heutigen Evangeliums
Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)
„Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen“
Fr. Salomon BADATANA Mccj (Wau, )Heute sehen wir, wie unser Herr Jesus Christus sich an die Menge wendet, nachdem er sich zuvor mit den religiösen jüdischen Autoritäten – den Pharisäern und Schriftgelehrten – auseinandergesetzt hatte. Das Evangelium berichtet uns, dass die Menschenmenge so groß war, dass sie sich gegenseitig auf die Füße traten. Daran wird deutlich, dass sie nach dem Wort Jesu hungerten, der mit solch außergewöhnlicher Autorität zu ihren religiösen Führern sprach.
Doch der heilige Lukas berichtet uns, dass Jesus vor allem zunächst zu seinen Jüngern zu sprechen begann: „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das ist die Heuchelei” (Lk 12,1). Unser Herr möchte uns dazu führen, aufrichtig und offen zu sein und die Heuchelei zu überwinden, die die Pharisäer und Schriftgelehrten ausübten. Denn sie zeigten äußerlich eine Haltung, die nicht ihrer inneren Art zu leben entsprach: Sie gaben vor, etwas zu sein, das sie in Wahrheit nicht waren.
Genau davor möchte uns Jesus Christus im heutigen Evangelium warnen, wenn er sagt: „Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird” (Lk 12,2). Ja, alles wird ans Licht kommen. Deshalb müssen wir uns darum bemühen, unser Leben mit dem in Einklang zu bringen, was wir bekennen und verkünden. Es ist klar, dass das nicht einfach ist. Doch wir brauchen nichts zu fürchten, denn unser Gott wacht über uns. Wie der heilige Johannes Paul II. sagte: „Die Liebe Gottes legt uns keine Lasten auf, die wir nicht tragen könnten (…). Denn für alles, was Er von uns verlangt, wird Er uns die nötige Hilfe gewähren.” Nichts geschieht, ohne dass Er davon weiß. Selbst unsere Haare sind gezählt! Ja, wir sind für Gott von unschätzbarem Wert. Fürchten wir uns nicht, denn seine Liebe kennt keine Grenzen.
Herr, schenke uns die Weisheit, unser Leben gut gemäß den Anforderungen unseres Glaubens zu führen – selbst inmitten der Schwierigkeiten dieser Welt. Amen.
Andere Kommentare
«Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer»
P. Raimondo M. SORGIA Mannai OP (San Domenico di Fiesole, Florencia, )Heute lädt uns der Herr ein, über eine Sorte schlechten Sauerteig nachzudenken, der das Brot nicht gärt, sondern nur aufbläht und ungebacken und ohne Nährwert lässt: «Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer» (Lk 12,1). Von Heuchelei ist die Rede, vom guten Anschein, eine Maske aus bunten und hübschen Tüchern, hinter denen sich aber Laster und moralische Verworfenheit, geistige Fäulnis und Mikroben verbergen, die unser Denken, und folglich unsere Existenz, verschmutzen.
Deshalb warnt uns Jesus vor denen, die die Moral für sich gepachtet haben und mit schlechten Beispielen und eloquenten Worten, die nichts anderes als Lügen sind, ihre Umgebung infizieren. In diesem Zusammenhang sei an einen Journalisten erinnert, der auch Philosophie unterrichtete und mit einem tadellosen Stil schrieb. Dieser wollte die Haltung de Katholischen Kirche zur sogenannten gleichgeschlechtlichen „Ehe“ thematisieren. Leichtfertig und mit offenkundigen Falschheiten versuchte er den Argumenten zu widersprechen, die vom kirchlichen Magisterium in einem neulich veröffentlichten Dokument dargelegt wurden. Hier haben wir einen Pharisäer unserer Tage: Zuerst bekennt er sich als getaufter und gläubiger Christ, dann distanziert er sich geschickt vom Denken der Kirche und vom Geiste Christi, und möchte bei den Gläubigen den Anschein erwecken, einer der ihren zu sein, der mit gutem Beispiel vorangeht.
Themawechsel: Der Meisterermahnt uns, zwischen Furcht und Furcht zu unterscheiden: «Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können» (Lk 12,4). Es handelt sich um jene, die die christliche Idee verfolgen und die Gläubigen bei der „Menschenjagd“ scharenweise oder bei Gelegenheit einzelne Zeugen Jesus Christi töten.
Eine vollkommen andere und wohlbegründete Angst ist die Furcht, den Körper und die Seele zu verlieren, und dies ist in Gottes Hand; dabei geht es nicht darum, dass die Seele stirbt (dies wäre eine Erlösung für den Sünder), sondern dass sie unendliche Qualen erleidet, die „tödlich“ genannt werden können. «Wenn du dich hier für ein gutes Leben entscheidest, bleiben dir die ewigen Qualen erspart. Da du dich hier nicht für das Nichtsterben entscheiden kannst, entscheide dich zu Lebzeiten für das ewige Leben» (Augustinus von Hippo).