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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

Samstag der 39. Woche im Jahreskreis
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Evangeliumstext (Lk 13,1-9): Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: «Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.

Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: «Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: „Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?“ Der Weingärtner erwiderte: „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.“»

„Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf die gleiche Weise umkommen.”

Rev. D. Francesc d’Assís LEÓN Romero (Rubí, Barcelona, Spanien)

Heute stellt uns das Evangelium zwei parallele Situationen vor: Die der ermordeten Galiläer und die der 18 Menschen vom Turm von Siloah (vgl. Lk 13,1-5). Auch wenn diese Männer diese Strafe erlitten haben, bedeutet das nicht, dass diejenigen, denen dies erspart blieb, frei von Schuld wären oder keiner Umkehr bedürften. Dies ist der Kern des heutigen Wortes: Dass wir „alle” der Umkehr bedürfen – das Herz wieder beständig und ganz Gott zuwenden, bis es Christus ähnlich ist. Denn: „Gott liebt dich, wie du bist, aber er träumt davon, dass du besser wirst” (Leo XIV.).

Die Strafe, die Gott uns als Folge persönlicher Sünde auferlegt, kann entweder zeitweise oder auch heilsamer Natur sein, da sie gerade eben auf unsere Umkehr abgestimmt ist. Aber die Strafe kann auch abgeschlossen und endgültig sein – so wie wir uns die Hölle vorstellen für jene, die sich dem Heil endgültig verschlossen haben. Der heilige Antonius Maria Claret, wenn er daran dachte, dass Seelen in eine solche Situation geraten könnten, erschreckte zutiefst, und das bewegte ihn in seinem Apostolat so sehr, dass der Ruf an die Sünder zur Umkehr das Haupthema seiner Predigten bildete.

Im Gleichnis vom Feigenbaum (vgl. Lk 13,6-9) sehen wir, dass Gott auf unsere Umkehr wartet und es uns an Gelegenheiten dazu nicht fehlen lässt. Doch – Achtung! – das hört einmal auf- deshalb gilt: „Heute – nicht erst morgen – soll man umkehren” (Leo XIV.).

Trotzdem sollte der eigentliche Beweggrund für die Umkehr – auch wenn es anfangs vielleicht diese Furcht vor der Strafe ist –vor allem die Betrachtung der Menschheit Christi und seiner persönlichen Liebe zu uns sein, was unvergleichlich beglückender und schöner ist als jedes noch so intensive Vergnügen dieser Welt! Deshalb muss man sich, um die Umkehr zu erreichen, „ins Zeug legen” mit so etwas Einfachem wie Gebet und Demut. Gebet und Demut! Gebet und Demut! Gebet und Demut!

Andere Kommentare

«Als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine.»

Rev. D. Antoni ORIOL i Tataret (Vic, Barcelona, Spanien)

Heute laden uns die Worte Jesu ein, über die Unangemessenheit der Heuchelei nachzudenken: «Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine» (Lk 13,6). Der Heuchler gibt vor, zu sein, was er nicht ist. Diese Lüge gipfelt im Vortäuschen von Tugend (Moralität), während man im Laster lebt, oder Frömmigkeit (Religiosität), während man nicht Gott, sondern sich selbst und seine Interessen in den Mittelpunkt seiner Suche stellt. Moralische Scheinheiligkeit gibt es viel auf der Welt, religiöse Heuchelei schadet der Kirche.

Die Schelte Jesu gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten – noch klarer und deutlicher in anderen Passagen des Evangeliums – sind furchtbar. Wir können das eben gelesene oder gehörte nicht lesen oder hören, ohne dass uns diese Worte im Grunde unseres Herzens berühren, wenn wir sie wirklich gehört und verstanden haben.

Ich sage das Folgende in der Wir-Form, denn wir alle empfinden den Widerspruch zwischen dem, was wir vorgeben zu sein, und dem, was wir wirklich sind. Heuchler, das sind wir als Politiker, wenn wir uns das Land zu Nutze machen, während wir laut verkünden, wir würden ihm zu Dienste stehen; als Mitglieder eines Sicherheitsdienstes, wenn wir im Namen von Recht und Ordnung korrupte Gruppen schützen; als Gesundheitspersonal, wenn wir im Namen der Medizin, beginnendes oder endendendes Leben beseitigen; als Autor in den sozialen Medien, wenn wir Nachrichten verfälschen und das Publikum verderben unter dem Vorwand es zu unterhalten; als Verwalter öffentlicher Mittel, wenn wir einen Teil davon unserer (eigenen oder partei-eigenen) Tasche zuführen, während wir uns der Ehrlichkeit und Transparenz brüsten; als Säkularisten, wenn wir im Namen der Gewissensfreiheit die öffentliche Dimension der Religion unterdrücken; als Geistliche, wenn wir von unseren Instituten leben, aber dem Geist und den Forderungen ihrer Gründer untreu sind; als Priester, wenn wir zwar vom Dienst am Altar leben, unserer Pfarrgemeinde aber nicht selbstlos und im Geist des Evangeliums dienen; etc.

Ah! Du und ich natürlich ebenso, in dem Maβ als unser Gewissen uns sagt, was wir tun sollen und wir es eben nicht tun, um statt dessen den Splitter im Auge des anderen zu suchen, während wir auf keinen Fall den Balken im eigenen sehen wollen, der unsere Sicht verblendet. Oder etwa nicht?

Jesus, Retter der Welt, erlöse uns von unseren kleinen, mittleren und groβen Scheinheiligkeiten!