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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

  1. Sonntag (B) der Osterzeit
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Evangeliumstext (Joh 15,9-17): In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

«Vielmehr habe ich euch Freunde genannt»

+ Rev. D. Francesc CATARINEU i Vilageliu (Sabadell, Barcelona, Spanien)

Heute feiern wir den letzten Sonntag der Osterzeit, die anschließend mit Himmelfahrt und Pfingsten zu Ende geht. Im Laufe der Sonntage nach Ostern offenbarte der Auferstandene Jesus sich als Guter Hirt und als Weinstock, mit dem wir wie mit Zweigen verbunden sein sollten. An diesem letzten Sonntag jedoch öffnet Jesus uns ganz und gar sein Herz.

Selbstverständlich finden wir in seinem Herzen nur Liebe. Die Liebe stellt das tiefste Geheimnis Gottes dar. Alles was Gott tat, von der Schöpfung bis hin zur Erlösung, geschah nur aus Liebe. Alles, was er von uns als Antwort erwartet, ist Liebe. Deswegen ertönen heute seine Worte: „Bleibt in meiner Liebe“ (Joh 15,9). Liebe ruft nach gegenseitiger Liebe. Liebe ist wie ein Dialog, der mit wachsender Liebe antwortet.

Eine Frucht der Liebe ist Freude: „Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist“ (Joh 15,11). Falls unser Leben nicht die Freude des Glaubens wiederspiegelt, falls wir durch Rückschläge zugrunde zu gehen drohen, ohne zu merken, dass der Herr darin anwesend ist und uns tröstet, so nur deshalb, weil wir Jesus zu wenig kennen.

Gott ergreift immer die Initiative. Jesus bestätigt dies ausdrücklich mit den Worten: „Ich habe euch erwählt“ (Joh 15,16). Vielleicht sind wir versucht zu glauben, wir hätten ihn erwählt, aber wir haben nichts anderes getan, als seinen Ruf anzunehmen. Er hat uns frei erwählt, seine Freunde zu sein: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, (...); ich nenne euch Freunde“ (Joh 15,15).

Am Anfang sprach Gott zu Adam wie zu einem Freund. Christus, der neue Adam, hat nicht nur die frühere Freundschaft wiederhergestellt, sondern auch die Vertrautheit mit Gott, der die Liebe ist.

Alles kann in dem einen Wort: „Lieben“ zusammengefasst werden. Der Heilige Augustinus erinnert daran mit diesen Worten: „Der Gute Meister empfiehlt uns die Nächstenliebe als einziges Gebot. Ohne die Liebe sind alle anderen guten Eigenschaften nichts wert. Die Nächstenliebe ebnet allen anderen Tugenden den Weg“.