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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

Dienstag der 5. Woche im Jahreskreis

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Evangeliumstext (Mk 7,1-13): Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, hielten sich bei Jesus auf. Sie sahen, daß einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, daß einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

«Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten?»

Rev. D. Iñaki BALLBÉ i Turu (Terrassa, Barcelona, Spanien)

Heute betrachten wir, wie einige späte Traditionen der Schriftgelehrten den reinen Sinn des Vierten der göttlichen Gebote manipuliert hatten. Jene Schriftgelehrten verkündeten, dass die Kinder, welche Geld und Gut dem Tempel darbringen, am besten handeln. Aus dieser Lehre folgte, dass die Eltern diese Güter weder fordern noch über sie verfügen konnten. Die in diesem irrigen Bewusstsein erzogenen Kinder glaubten, auf diese Weise das Vierte Gebot erfüllt zu haben und zwar auf die bestmögliche Art. Doch in Wirklichkeit war das ein Irrtum.

„Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung!“ (Mk 7,9): Jesus Christus ist der wahrhafte Interpret des Gesetzes; daher erklärt er den wirklichen Sinn des Vierten Gebotes und verwirft den jämmerlichen Irrtum des jüdischen Fanatismus.

„Mose hat gesagt: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter’ „ (Mk 7,10): das Vierte Gebot erinnert die Kinder an die Verantwortlichkeiten, die sie ihren Eltern gegenüber haben. Soviel sie können, haben sie ihnen materiell wie moralisch beizustehen in den Jahren des Alters und in Zeiten von Krankheit, Einsamkeit und Kummer. Jesus erinnert an diese Dankespflicht.


Der Respekt den Eltern gegenüber (Kindesliebe) beruht auf der Dankbarkeit, die wir ihnen schulden für das Geschenk des Lebens und für die mühevollen Anstrengungen, die sie für ihre Kinder unternommen haben, damit diese an Alter, Weisheit und Gnade Gottes wachsen konnten. “Ehre deinen Vater von ganzem Herzen, vergiss niemals die Schmerzen deiner Mutter! Denk daran, dass sie dir das Leben gaben. Wie kannst du ihnen vergelten, was sie für dich taten?“ (Sir 7,27-28).


Der Herr verklärt den Vater in seinen Kindern, und in ihnen verstärkt er das Recht der Mutter. Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden; und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt (vgl. Sir 3,2-6). All diese und andere Ratschläge bieten uns ein klares Licht für unser Leben in der Beziehung zu unseren Eltern. Bitten wir den Herrn um die Gnade, dass es uns niemals an der wahrhaften Liebe fehle, welche wir den Eltern schuldig sind und dass wir fähig sein mögen, durch unser Beispiel diese süße „Verpflichtung“ an unseren Nächsten weiterzugeben.