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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

  1. Sonntag (B) im Advent
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Evangeliumstext (Mk 13,33-37): In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

„Das sage ich allen: Seid wachsam!“

Mons. José Ángel SAIZ Meneses, Erzbischof von Sevilla (Sevilla, Spanien)

Heute beginnen wir mit dem ersten Adventssonntag mit der ganzen Kirche ein neues liturgisches Jahr. Zeit der Hoffnung, Zeit, in der sich in unseren Herzen die Erinnerung erneuert an das erste Kommen des Herrn, das sich in Demut und Zurückgezogenheit vollzog, und es erneuert sich die Sehnsucht in uns nach der glorreichen und machtvollen Wiederkunft des Herrn.

Dieser Adventssonntag ist zutiefst gekennzeichnet durch die Mahnung an Wachsamkeit. Der hl. Markus schließt in die Worte Jesu dreimal das Gebot zu „wachen“ ein. Und das dritte Mal tut er es mit einer gewissen Feierlichkeit: «Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam» (Mk 13,37)! Das ist nicht nur eine asketische Empfehlung, sondern ein Ruf, wie Kinder des Lichtes und des Tages zu leben.

Dieser Ruf ist nicht nur an seine Jünger gewandt, sondern an alle Männer und Frauen guten Willens, wie eine Ermahnung, die uns daran erinnert, dass das Leben nicht nur eine irdische Dimension hat, sondern auf ein „Jenseits“ gerichtet ist. Der Mensch, nach Gottes Bild und Ebenbild geschaffen, mit Freiheit und Verantwortung ausgestattet, fähig zu lieben, wird einmal Rechenschaft über sein Leben ablegen müssen, wie er seine von Gott empfangenen Fähigkeiten und Talente ausgearbeitet hat. Ob er sie egoistischerweise für sich behalten oder sie hat fruchtbar werden lassen zu Gottes Ehre und zum Dienste der Menschen.

Hoffnung sollte grundsätzlich die Einstellung zum Leben sein und die Tugend, die wir pflegen müssen. Der Advent ist in ganz besonderer Weise Zeit der Hoffnung. Auch die gesamte Kirche ist dazu gerufen, in der Hoffnung zu leben und ein Zeichen der Hoffnung für die Welt zu werden. Wir bereiten uns darauf vor des Weihnachtsfestes zu gedenken, Beginn seines Kommens: Menschwerdung, Geburt, sein Wandeln auf der Erde. Aber Jesus hat uns nie verlassen; er bleibt bei uns auf verschiedene Weise bis zur Vollendung der Jahrhunderte. Deswegen wird «Mit Jesus Christus [wird] Freude immer geboren und wiedergeboren» (Papst Franziskus).

Andere Kommentare

„Seid wachsam, denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist...“

Rev. D. Antoni CAROL i Hostench (Sant Cugat del Vallès, Barcelona, Spanien)

Heute, an diesem ersten Adventssonntag, fängt in der Kirche ein neues liturgisches Jahr an. Mit anderen Worten: wir treten in eine Zeit hinein der besonderen Erwartung, der Erneuerung und Vorbereitung.

Jesus mahnt uns, die „Zeit“ nicht zu verpassen (Mk 13,33). Ja, in diesem Leben wird es ein Wendepunkt geben. Wann wird dies sein? Wir wissen es nicht. Der Herr wollte nicht einmal den Zeitpunkt offenbaren, an dem das Ende der Welt stattfinden wird.

Zusammenfassend: all dies führt uns zu einer Haltung der Erwartung und der Bewusst-werdung: „Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen“ (Mk 13,6). Die Zeit dieses Lebens ist eine Zeit der Hingabe, der Reifung unserer Liebesfähigkeit, und keine Zeit der Zerstreuung. Es ist eine Zeit der „Ehevorbereitung“ in Hinblick auf die „Hochzeit“ im Jenseits, in Gemeinschaft mit Gott und mit allen Heiligen.

Das Leben ist ja ein ständiger Neuanfang. Tatsache ist, dass wir ständig entscheidende Augenblicke erleben: jeder Tag, jede Stunde, jede Minute kann zu einem entscheidenden Moment werden. Seien es an vielen oder wenigen Tagen, Stunden oder Minuten, zu irgendeinem konkreten Moment erwartet uns der Herr. „Die erste Bekehrung in unserem Leben, dieser einzigartige Moment, an den sich jeder von uns erinnert, und an dem uns der Herr klar zu erkennen gab, was er von uns verlangt, ist äußerst wichtig. Wichtiger jedoch und schwieriger sind die nachfolgenden Bekehrungen“ (Heiliger Josémaria).

In dieser liturgischen Zeit bereiten wir uns vor auf den großen „Advent“: das Kommen unseres Erlösers. „Weihnachten“, „Nativitas“: möge jeder Tag unseres Lebens eine Neugeburt für ein Leben in Liebe sein. Falls wir von unserem Leben ein dauerndes „Weihnachten“ machen, so ist dies vielleicht die bessere Art und Weise, um nicht einzuschlafen. Unsere Heilige Mutter Maria möge uns beschützen.