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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

  1. Dezember (Siebter Tag der Weihnachtsoktav)
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Evangeliumstext (Joh 1,1-18): Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

„Und das Wort ist Fleisch geworden“

Rev. D. David COMPTE i Verdaguer (Manlleu, Barcelona, Spanien)

Heute ist der letzte Tag des Jahres. Oft sind das gemischte oder gar gegensätzliche Gefühle, die unserem Herzen an solch einem Datum begegnen. Es ist, als ob sich in unserem Gedächtnis Kostproben der so unterschiedlich erlebten Augenblicke vergegenwärtigen würden, auch solcher, die wir gern erlebt hätten. Das heutige Evangelium mag uns helfen, sie abzuwägen, um das neue Jahr mit Elan anzugehen.

„Das Wort war Gott. (...) Alles ist durch das Wort geworden“ (Joh 1,1.3) Im Augenblick, Jahresbilanz zu ziehen, müssen wir uns vor Augen führen, dass jeder erlebte Tag ein Geschenk ist. Deswegen müssen wir uns für jede einzelne Minute des Jahres bedanken, wie hoch der Nutzen auch sein mag, den wir daraus ziehen.

Das Geschenk des Lebens ist dennoch nicht vollkommen. Wir sind bedürftig. Darum gibt uns das heutige Evangelium ein Schlüsselwort mit auf den Weg: „aufnehmen“. „Und das Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1,14). Gott selbst aufnehmen! Gott tritt in unsere Reichweite, indem er Mensch wird. Ihn „aufnehmen“ heißt, ihm unsere Türen zu öffnen, ihm in unser Leben Eintritt zu verschaffen, in unsere Vorhaben, in solche Handlungen, die unseren Alltag füllen. Inwieweit haben wir Gott aufgenommen und ihm Eintritt in uns verschafft?

„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1,9). Jesus aufnehmen heißt, sich von ihm in Frage stellen zu lassen. Es zulassen, dass seine Art die Dinge zu sehen sowohl unsere innigsten Gedanken als auch unser gesellschaftliches und berufliches Handeln erleuchtet. Möge doch unser Handeln vereinbar sein mit dem seinigen !

„Das Leben war das Licht“ (Joh 1,4). Der Glaube jedoch ist weit mehr als irgendeine Denkweise oder besteht mehr als aus verschiedenen Kriterien. Er ist unser Leben (Gott) das in dem seinen wurzelt. Er ist nicht nur Anstrengung – freilich auch das – er ist, vor allem, Geschenk und Gnade. Empfangenes Leben im Schoß der Kirche, vor allem durch die Sakramente. Welchen Stellenwert haben sie in meinem christlichen Leben?

„Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,12). Ein wahrhaftig begeisterndes Unternehmen für das Jahr, das wir nun antreten!

Gedanken zum Evangelium des Tages

  • „In allem dürfen wir nicht nach unserem eigenen Ermessen oder unseren eigenen Gefühlen handeln, sondern nach den Wegen, die uns der Herr selbst in der Heiligen Schrift offenbart hat“ (Hl. Hippolyt)

  • „Am Ende dieses Jahres, wenn wir danken und um Vergebung bitten, wird uns gut tun, die Gnade zu erbitten, richtig in Freiheit zu gehen“ (Franziskus)

  • „Jesus hat geoffenbart, dass Gott in einem ungeahnten Sinn ‚Vater’ ist: nicht nur als Schöpfer, sondern von Ewigkeit her Vater seines eingeborenen Sohnes. Deshalb bekannten die Apostel Jesus als das Wort, das bei Gott war und Gott ist (vgl. Joh 1,1)“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 240-241)