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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

  1. Sonntag der Weihnachtszeit
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Evangeliumstext (Joh 1,1-18): Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen“

+ Rev. D. Ferran BLASI i Birbe (Barcelona, Spanien)

Heute präsentiert sich uns das Johannesevangelium in einer poetischen Form und scheint uns nicht nur eine Einführung zu bieten, sondern auch so etwas wie eine Synthese aller in diesem Buch vorhandenen Elemente. Es besitzt einen Rhythmus, der es feierlich macht, mit Parallelismen, Ähnlichkeiten und gewollten Wiederholungen, und die großen Ideen zeichnen gleichsam verschiedene große Kreise. Der Höhepunkt der Exposition befindet sich genau in der Mitte, mit einer Beteuerung, die perfekt zu dieser Zeit der Weihnacht paßt: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14).

Der Verfasser sagt uns, dass Gott menschliche Kondition angenommen und sich unter uns niedergelassen hat. Und in diesen Tagen finden wir ihn im Schoß einer Familie: jetzt in Bethlehem, später mit den Eltern im ägyptischen Exil und danach in Nazareth.

Gott hat gewollt, dass sein Sohn das Leben mit uns teilt, und – deshalb – alle Etappen des Daseins durchläuft: im Mutterleib, in der Geburt und in seinem ständigen Wachsen (Neugeborener, Kind, Heranwachsender und, für immer, Jesus der Retter).

Und er fährt fort: “Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“(ebenda). In diesen ersten Augenblicken haben es auch die Engel gesungen: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe“, „und auf Erden ist Friede “ (vgl. Lk 2,14). Und jetzt, in der Geborgenheit seiner Eltern: in den Windeln, von der Mutter bereitet, in der liebevollen Vorrichtung seines gütigen und geschickten Vaters, der ihm einen Platz bereitet hat, so angenehm, wie er nur konnte, und in den Bekundungen der Zuneigung durch die Hirten, die kommen, um ihn anzubeten, ihm ihre Zärtlichkeiten darbieten und Geschenke bringen.

So also bietet uns dieses Fragment des Evangeliums das Wort Gottes dar, das all seine Weisheit ist. An ihr läßt es uns teilhaben. Es vermittelt uns das Leben in Gott - in einem grenzenlosen Wachstum - und auch das Licht, welches uns alle Dinge der Welt in ihrem wahren Wert sehen läßt und zwar vom Gesichtspunkt Gottes aus mit “übernatürlichem Sehen”, mit herzlicher Dankbarkeit gegenüber dem, der sich den Männern und Frauen der Welt völlig hingegeben hat, seit er in dieser Welt als Kind erschienen ist.

Gedanken zum Evangelium des Tages

  • „Wache auf, o Mensch, und erkenne die Würde deiner Natur. Erinnere dich, dass du als Abbild Gottes erschaffen wurdest; dieses Abbild, das durch Adam zerstört wurde, ist in Christus wieder erneuert worden“ (Hl. Leo der Große)

  • „Die, die an Christus glauben, erhalten eine neue Herkunft. Dieselbe Herkunft von Jesus Christus wandelt sich nun in unsere eigene Herkunft. Unsere wirkliche “Abstammung” ist der Glaube in Jesus, der uns einen neuen Ursprung gibt; dadurch werden wir “durch Gott” geboren“ (Benedikt XVI.)

  • „Das Glaubensbekenntnis sagt, wie groß die Gaben sind, die Gott in seinem Schöpfungswerk und mehr noch im Werk der Erlösung und Heiligung dem Menschen geschenkt hat (…). Im Glauben ihrer neuen Würde bewusst, sollen die Christen fortan so leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“ (Phil 1,27). Sie werden dazu befähigt durch die Gnade Christi und die Gaben seines Geistes, die sie durch die Sakramente und das Gebet erhalten“ (Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1692)