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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

  1. Januar (Weihnachtliche Festzeit)
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Evangeliumstext (Joh 1,29-34): In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: «Seht, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen». Und Johannes bezeugte: «Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes».

« Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes »

Rev. P. Higinio Rafael ROSOLEN IVE (Cobourg, Ontario, )

Heute gibt Johannes der Täufer Zeugnis von Jesus Taufe. Papst Franziskus erinnert uns daran, dass „die Taufe das Sakrament ist, auf dem unser Glaube gründet und das uns in Christus und in die Kirche eingliedert“, und fügt hinzu: „Sie ist also keine Formsache! Sie ist ein Akt, der unser Sein im Innersten berührt. Es ist nicht egal, ob ein Kind getauft ist oder nicht, ob ein Mensch getauft ist oder nicht. Durch die Taufe werden wir eingetaucht in die unerschöpfliche Quelle des Lebens, in den Tod Jesu, den größten Akt der Liebe in der ganzen Geschichte. Dank dieser Liebe können wir ein neues Leben, jenseits der Willkür des Bösen, der Sünde und des Todes leben, in Gemeinschaft mit Gott und unseren Brüdern und Schwestern.“

Über die beiden Hauptwirkungen der Taufe wurden wir bereits im Katechismus der Katholischen Kirche belehrt (siehe Absätze 1262-1266):

1. «Seht, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt» (Joh 11,29). Eine Wirkung der Taufe ist die Reinigung von den Sünden. Das heißt, sämtliche Sünden werden nachgelassen, die Erbsünde und alle persönlichen Sünden sowie die Sündenstrafen.

2. «Der Geist fährt herab», «er tauft mit dem Heiligen Geist» (Joh 1,34): Die Taufe macht uns zu einer „neuen Schöpfung“, zu einem Adoptivsohn Gottes, der an der göttlichen Natur Anteil hat, zu einem Glied Christi, einem Miterbe mit Ihm und einem Tempel des Heiligen Geistes.

Die heiligste Dreifaltigkeit — Vater, Sohn und der Heilige Geist — gibt uns die heiligmachende Gnade, die uns befähigt, an Gott zu glauben, auf ihn zu hoffen und ihn zu lieben; die uns ermöglicht, durch die Gaben und unter dem Ansporn des Heiligen Geistes zu leben und zu handeln; und befähigt, durch die sittlichen Tugenden im Guten zu wachsen.

Bitten wir darum, wie uns Papst Franziskus ermahnt, «die Erinnerung an unsere Taufe wieder zu wecken», «unsere Taufe jeden Tag zu leben, als gegenwärtige Wirklichkeit in unserem Dasein».

Gedanken zum Evangelium des Tages

  • „Wir feiern den glückseligen Tag, an welchem der, der der unendliche und ewige TAG war, herabstieg zu unserem so kurzen und zeitlichen Tag. Dieser brachte uns die Erlösung” (Hl. Augustinus)

    • „Die Erde wird wieder hergestellt, weil sie sich Gott öffnet und erneut das wahre Licht empfängt. Der Gesang der Engel drückt die Freude darüber aus, dass sich Himmel und Erde wieder vereint haben; dass der Mensch sich wieder mit Gott vereint hat” (Benedikt XVI.)

    • „Johannes der Täufer hat zugestimmt, Jesu wie die Sünder zu taufen. „Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt" (Joh 1, 29). Er bezeugt so, daß Jesus der Gottesknecht ist (...) und die Sünde der vielen trägt und zugleich das Osterlamm, das Sinnbild der Erlösung Israels beim ersten Pascha [Vgl. Ex 12,3-11; Job 19,36; 1 Kor 5,7.]. Das ganze Leben Christi ist Ausdruck seiner Sendung, „zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mk 10,45) (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr.608)”

Andere Kommentare

„Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes“

+ Rev. D. Antoni ORIOL i Tataret (Vic, Barcelona, Spanien)

Heute führt uns dieser Abschnitt des Johannesevangeliums mitten ins Innerste der Dimension des Zeugnisses, die für diesen Evangelist so bezeichnend ist. Zeuge ist, wer vorgeladen wird, um über die Identität eines anderen auszusagen. So erscheint Johannes als der Prophet schlechthin, der die Zentralrolle Jesu beteuert. Wir können das aus vier Blickwinkeln betrachten.

Er beteuert sie zunächst als ein Seher, der mahnt: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29). Er tut es dann des Weiteren als jemand der aus Überzeugung aussagt: „Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war“ (Joh 1,30). Er bestätigt dies im Bewusstsein der Sendung, die er empfangen hat: „ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen“ (Joh 1,31). Und zum Schluss wiederum in seiner Rolle als Seher, beteuert er: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen“ (Joh 1,33-34).

Angesichts dieses Zeugnisses, das in der Kirche immer noch dieselbe Kraft vermittelt, wie vor zwei Tausend Jahren, fragen wir uns, Brüder: - Inmitten einer laizistischen Kultur, die die Sünde ablehnt, sehe ich in Jesus denjenigen, der mich vom moralischen Bösen rettet? – Inmitten einer Meinungsströmung, die in Jesus bloß einen religiös außerordentlichen Menschen sieht, glaube ich an ihn wie an den, der seit ewigen Zeiten besteht, noch vor Johannes, noch bevor die Welt erschaffen wurde? – Inmitten einer Welt, die vor lauter Ideologien und Meinungen die Orientierung verloren hat, akzeptiere ich Jesus als den, der meinem Leben einen endgültigen Sinn gibt? – Inmitten einer Zivilisation, die den Glauben ausgrenzt, bete ich Jesus als denjenigen an, in dem der Geist Gottes in all seiner Fülle ruht?

Eine letzte Frage noch: - Ist mein „Ja“ zu Jesus so allumfassend, dass auch ich – wie Johannes – zu denjenigen, die mich umgeben, rufe: „Ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“?