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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

13. Mai: Unsere Liebe Frau von Fatima
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Evangeliumstext (Mt 12,46-50): In jener Zeit als Jesus mit den Leuten redete, standen seine Mutter und seine Brüder vor dem Haus und wollten mit ihm sprechen. Da sagte jemand zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir sprechen. Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

„Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“

Rev. D. Antoni CAROL i Hostench (Sant Cugat del Vallès, Barcelona, Spanien)

Heute feiern wir das Fest Unserer Lieben Frau von Fatima und gedenken der Erscheinungen der Jungfrau Maria an die Hirtenkinder Lucia, Jacinta und Francisco. Man könnte ruhig sagen, dass diese Marienoffenbarungen Sternstunden der jüngsten Kirchengeschichte darstellen.

Und das zur rechten Zeit. Wie Papst Pius XII bereits feststellte, ist die größte Sünde der modernen Zeit, der Verlust des Sündenbewusstseins. Und dies hat ernste Folgen. Tatsächlich hat die Welt in der letzten Zeit die schlimmsten Kriege in der gesamten Menschheitsgeschichte erlebt. Nie wurden auf der ganzen Welt so viele Menschen misshandelt und ermordet wie im 20. Jahrhundert. Joseph Ratzinger – der spätere Papst Benedikt – sagte einmal: „Nie wurden Kriege so grausam und so blutig geführt wie in der heutigen Zeit. In unseren Tagen ist viel schlimmeres passiert als je zuvor…“.

Aber Gott ist barmherzig, ein gütiger Vater, der die Menschen auch dann nicht verlässt, wenn sie sich von ihm entfernt haben. Gerade im Jahrhundert von „Horror und Holocaust“ (Worte von Johannes Paul II) wollte Gott die Menschheit auf verschiedene Art und Weise trösten. Eine davon waren die Marienerscheinungen in Fatima.

Am Ende des 19. Jahrhunderts war es Lourdes, am Anfang des 20. Jahrhunderts Fatima. Beide weisen bemerkenswerte Ähnlichkeiten auf. Einerseits waren die Seherkinder sehr jung und einfach, gar analphabet, aber bereit, den Willen des himmlischen Vaters zu tun: gerade solche erkennt Jesus als „mein Bruder, meine Schwester, meine Mutter“ (Mt 12,50). Andererseits war das Hauptanliegen Mariens das gleiche: Wiedergutmachung für die Sünden der Menschen durch Gebet und Buße.

Lasst uns heute beten, dass die Männer und Frauen dieser Welt den Willen des Vaters tun, damit wir alle immer mehr Brüder Jesu, mehr Kinder des Vaters und mehr Geschwister untereinander werden.