Ein Team von 219 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages
219 Priestern kommentiert das Evangelium des Tages
Betrachtung des heutigen Evangeliums
Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.
„Du hast all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart“
Rev. D. Antoni CAROL i Hostench (Sant Cugat del Vallès, Barcelona, Spanien)Heute lädt uns der Herr ein, in die Schule seines demütigen Herzens einzutreten, und er tut dies mit Worten voller Trost: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28). Am Fest des heiligen Beda des Ehrwürdigen (672–735) erhält dieses Evangelium ein besonderes Licht, denn sein Leben war eine treue Antwort auf diesen Ruf Jesu zur Demut und Einfachheit.
Beda war Mönch, Gelehrter, Historiker und vor allem ein Kontemplativer des Wortes. Schon in jungen Jahren entschied er sich für das Klosterleben und widmete sich, wie er selbst schreibt, „dem Studium der Heiligen Schrift, der Einhaltung der Ordensregeln und dem täglichen Gesang in der Kirche”. Sein Dasein verlief in der scheinbaren Einfachheit des Klosters, doch seine Seele war im sanften Joch des Meisters verankert.
Die Weisheit, die er weitergab, war Frucht des Geistes, der den Demütigen offenbart wird. Jesus selbst verkündete: „Ich preise dich, Vater (…), weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast“ (Mt 11,25). Beda ist einer jener Unmündigen, denen Gott die Geheimnisse seines Reiches offenbarte. Er suchte keine menschlichen Größen, war aber groß in Heiligkeit, in Weisheit und in der Liebe zur Kirche. Seine Demut zeigt sich in seinem letzten irdischen Augenblick: Er starb beim Singen des „Gloria“ und übergab seinen Geist im Lobpreis.
Papst Leo XIII. – der ihn zum „Kirchenlehrer“ erhob – sagte über ihn: „Er war ein vollkommenes Vorbild der Einheit von Wissenschaft und Frömmigkeit, von Forschung und Gebet.“ So lehrt uns der heilige Beda, dass wahre christliche Erkenntnis aus der Demut hervorgeht und auf die Ehre Gottes hingeordnet ist.
Seine geistige Arbeit war keine bloße akademische Übung, sondern demütiger Dienst an der christlichen Gemeinschaft: „Um ewig zu leben, muss man also nicht den Tod überlisten, sondern dem Leben dienen, d. h. sich in der Zeitspanne, die wir miteinander verbringen, der Anderen annehme“ (Leo XIV.). Diese Weisheit hallt im Leben Bedas wider, der dem Leben der Kirche mit seiner Feder, seiner Verkündigung und seiner stillen Liebe diente.