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Betrachtung des heutigen Evangeliums

Das heutige Evangelium + Predigt (von 300 Wörtern)

  1. Oktober: hl. Simon und hl. Judas, Apostel
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Evangeliumstext (Lk 6,12-19): In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel. Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.

«Jesus ging auf einen Berg, um zu beten»

+ Rev. D. Albert TAULÉ i Viñas (Barcelona, Spanien)

Heute betrachten wir einen ganzen Tag im Leben Jesu, ein Leben mit zwei klaren Schwerpunkten: Gebete und Taten. Wenn wir Christen uns das Leben Jesu zum Vorbild nehmen wollen, können wir auf keinen dieser beiden Schwerpunkte verzichten. Alle Christen, sogar jene, die sich für ein kontemplatives Leben entschieden haben, müssen dem Gebet und der Tat Teile ihrer Zeit widmen, auch wenn diese sich in ihrer Länge unterscheiden mögen. Sogar die Ordensbrüder und -schwestern wenden ziemlich viel Zeit im Lauf des Tages auf, um Arbeiten zu verrichten. Im Gegensatz dazu sollten Laien, die Jesus nacheifern möchten, sich nicht einem ungestümen Tatendrang hingeben, ohne zu beten. Der heilige Hieronymus lehrt uns: «Zwar verlangt der Apostel, daß wir allezeit beten sollen; (...). Dennoch müssen wir wohl abgegrenzte Gebetsstunden haben.».

War es für Jesus eine Notwendigkeit, lange Zeit einsam zu beten, während alle schliefen? Theologen studieren die Psychologie des Menschen Jesus: Inwieweit hatte Er unmittelbaren Zugang zu Gott und inwieweit war Er den «Menschen gleich geworden, außer in der Sünde» (He 4,15). Je näher Er uns scheint, umso einleuchtender ist uns Sein Gebet ein Beispiel.

Nach dem Befolgen der Gebete bleibt uns noch, Ihn in Taten nachzuahmen. Im heutigen Kapitel sehen wir, wie Er „die Kirche organisiert“, indem Er die zukünftigen Prediger auswählt und sie zur Verkündung Seiner Botschaft an die Welt aufruft. «Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel» (Lk 6,13). Danach heilte Er Krankheiten jeglicher Art. «Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte» (Lk 6,19), erzählt uns der Evangelist. Damit wir uns mit Ihm total identifizieren können, fehlt uns nur noch, dass auch von uns eine Kraft ausgeht, die alle heilt. Dies ist nur möglich, wenn wir in Ihm bleiben, damit wir mehr Frucht bringen (siehe Jh 15,4).